mom and kid white carpet

Nimm dir für die Elternzeit diese eine Sache vor!

Was ist das eine Projekt, das ihr euch für die Elternzeit vornehmt?

Diese Frage haben wir, die Gründer von Ich will ein Pony, in den vergangen zwei Jahren jeder Menge Mamas und Papas gestellt, deren Kindern zwischen 0 und 5 Jahren sind ... oder noch im Babybauch darauf warten, das Licht der Welt zu erblicken :). Die drei meist genannten Antworten lauteten:

Platz 3: Eine besondere Reise unternehmen.

Platz 2: Die Zeit genießen.

Und Platz 1? 90 % aller Antworten enthielten im Kern dieselbe Antwort, und das hat uns sehr überrascht:

Wir wollen diese Zeit festhalten, damit wir unseren Kindern zeigen können, was wir alles erlebt haben. Für sie wollen wir unsere Erlebnisse in Erinnerungen verwandeln.

Erinnerungen des magischen ersten Jahres festhalten, das ist der mit Abstand am häufigsten genannte Wunsch für die Elternzeit. Ein sehr schöner Wunsch, den wir teilen! Das ist nicht das, was uns überrascht hat.

Überrascht hat uns dieses Ergebnis, weil gleichzeitig mehr als die Hälfte aller unserer Befragten angeben, weder ihre Fotos zu sortieren, noch etwas dazu aufzuschreiben, noch sie in irgendeiner Weise in Wert zu setzen (selbst, wenn sie Fotos mit Meilensteinkarten gemacht haben ...) Von einem Fotobuch ganz zu schweigen.

Warum zur Hölle ist das so?!?
mom asks why
Warum schaffen viele Eltern es bisher nicht, ihre Erinnerungen festzuhalten, obwohl sie es sich so sehr wünschen?

In diesem Artikel geht es um die „Ausreden“ der Befragten (und darum, ob es wirklich welche sind).

Es geht darum, mit welchen Schritten du erfolgreich einen Vorsatz umsetzt, und zwar insbesondere den, Erinnerungen für dein Kind festzuhalten.

Am Ende verrate ich dir noch die 3 besten Gründen, warum du deine Erinnerungen in der Elternzeit UNBEDINGT UNBEDINGT UNBEDINGT festhalten solltest! :-)

Übersicht:

1. Die Ausreden der Eltern
2. Warum ist es so fucking schwer, sich etwas Neues anzugewöhnen? - Die THEORIE
3. Warum ist es WIRKLICH so fucking schwer, sich etwas Neues anzugewöhnen? - Die PRAXIS
4. Wie du mit deinem Wunsch-Vorhaben tatsächlich beginnst
5. Die 3 besten Gründen Erinnerungen in der Elternzeit festzuhalten

Warum tun Eltern nicht, was sie am meisten wollen?

Die häufigsten Rückmeldungen unserer Befragungsgruppe klangen verzweifelt. Und verzweifelt ist keine Übertreibung. Sehr viele Eltern, insbesondere von kleinen Kindern unter 3 Jahren, verspüren einen starken Drang, die wertvollen Momente mit ihrem Baby und Kleinkind zu verwahren. Dieses Vorhaben ist für sie wichtiger als eine große Reise. Warum sie trotz des innigen Wunsches nicht dazu kommen, dafür nennen sie die folgenden Gründe:

  • Ich wollte ein Fotobuch vom ersten Jahr machen. Für uns, für die Großeltern zu Weihnachten, aber wir wollten diese wichtige Zeit ja auch nicht hinter der Kamera zubringen ...
  • Für mein erstes Kind habe ich mehrere Erinnerungsbücher gestaltet. Beim zweiten habe ich noch die Geburtsfotos eingeklebt. Beim Dritten haben wir nicht mal die Fotos von allen Smartphones zusammen gesammelt. Das ist wohl das Los der Dritten ...
  • Wir wollten von Anfang an unsere Zeit zu dritt dokumentieren, aber wenn man’s nicht direkt macht, macht man’s nicht mehr ...
  • Ich habe schon so lange ein schlechtes Gewissen, dass ich gar nicht mehr anfangen mag.
  • Ich hatte wirklich keine Zeit.

Sind das alles Ausreden? Eigentlich ja.

Aber sie fühlen sich für die Befragten nicht so an und dafür gibt es einen bestimmten Grund:

baby and mom unsplash

Jedes neue Vorhaben erfordert es, eine Anfangshürde zu überwinden, die wir als Macht der Gewohnheit kennen. Wir müssen die (wirkliche!) Bereitschaft finden, uns auf eine neue Routine einzulassen.

Das gilt für jeden, doch bei frisch gebackenen Eltern kommt das in einer Zeit, in der sie durch die neue Familiensituation wenig Raum für (noch mehr) Neues (als das Baby) im Kopf freihaben. Daher scheitern viele Eltern daran, den ersten Eintrag ihres Babytagebuchs oder Babyblogs zu schreiben, obwohl sie überzeugt sind, dass sie nach etwas Routine sogar Freude daran hätten.

Warum ist es so fucking schwer, sich etwas Neues anzugewöhnen? - Die Theorie

Die Magie des Autopiloten

Wir Menschen fühlen uns mit Gewohnheiten und Verhaltensmustern wohl, denn sie geben uns Sicherheit. Laut des englischen Psychologen Jeremy Dean (Gründer von Psyblog und Autor des Bestsellers Making Habits, Breaking Habits: Why We Do Things, Why We Don’t, and How to Make Any Change Stick) befinden wir uns ein zu einem Drittel unserer Wachzeit im Autopilot.

Das ist einerseits gut, da wir den Alltag sonst gar nicht bewältigen könnten. Müssten wir jede kleine Handlung abwägen (selbst, ein Glas Wasser trinken), würde es uns gehen wie unseren kleinen Kindern, deren Tage mit dem Lernen neuer Dinge ausgelastet sind. Wir könnten uns nicht selbst organisieren. Gerade wir Eltern von kleinen Kindern brauchen den Autopiloten, um auch übernächtigt noch agieren zu können.

Ein neues Verhalten läuft nicht im Autopiloten. Daher kämpfen wir bei neuen Prozessen immer wieder mit dem inneren Schweinehund, der lieber netflixen will, selbst, wenn es um etwas geht, was uns bedeutsam erscheint (wie Erinnerungen einzufangen).

Aber es geht! Und es lohnt sich! Gut dafür zu wissen: Ein neues Verhalten etabliert sich erst nach vielfacher Wiederholung (dazu im nächsten Kapitel mehr).

Selbst leichte Veränderungen sind hart

Den nicht gewohnten Daumen beim Händefalten nach oben zu legen, dauerte bei den Probanden einer Studie zwei Wochen. Um eine komplexere Routine in den Autopiloten zu schieben, braucht es laut Untersuchungen mindestens 66 Tage.

Selbst eine kleinere Kurve in den Alltag einzubauen ist also schwierig in den Highway der Gewohnheiten einzubauen. Wir müssen sie erst in Balance mit unseren übrigen Gewohnheiten bringen. Das gelingt nicht nur durch eine Dauer an Tagen, die es durchzuhalten gilt, sondern auch in der Anzahl der Wiederholungen.

david talley fwcjj7vnm k unsplash
Eine Veränderung ist wie eine Kurve, die den Alltag (und damit unseren inneren Autopiloten) erstmal aus der Balance wirft.

Und warum ist es WIRKLICH so fucking schwer, sich etwas Neues anzugewöhnen? - Die Praxis

Die Selbstlüge

Hand auf Herz, es ist auch eine Frage der Priorität. Wir sagen uns, dass wir mehr Zeit haben, wenn wir wieder arbeiten. Doch dann wird tatsächlich noch viel weniger Zeit sein, als jetzt in der Elternzeit. Die Zeit verschwindet nur zum Teil bei den Kindern. Sie wird auch von den abendlichen Instagram-Stunden, Netflixfolgen, und all den Medien verschlungen, die wir konsumieren, um uns vermeintlich zu entspannen ... um uns dann zu beschweren, dass wir nie Zeit haben ;)

Menschen, die an etwas arbeiten, das sie erfüllt, bringen die Keine-Zeit-Beschwerde selten vor. Sie schaffen, was sie sich vornehmen, weil sie dieser Sache Priorität eingeräumt haben. Sie haben Verhaltensmuster etabliert, die zur Umsetzung ihrer Ziele führen. Zum Beispiel zwei Mal die Woche Fotos in einen Blog zu laden. Noch ein Grund mehr, direkt loszulegen, oder?

Klingt immer noch schwierig, die Zeit zu finden? Hast du mal ausgewertet, wie viel Stunden du jede Woche auf Facebook verbringst? Wie viele Folgen Netflix gönnst du dir pro Woche? Ja, du brauchst diese Auszeit dringend. Doch das Gute ist, dass auch eine neue Aktivität sich nach Auszeit anfühlen kann, wenn sie auf Autopilot steht. Dazu kann auch dein Babyblog zählen.

Du musst es wirklich wollen

Mach dir bewusst, ob das, was du dir vornimmst, wirklich dein Ziel ist. Wir alle sind beladen mit Idealvorstellungen anderer. Davon, ob es lustig, peinlich oder egal ist, ob auch Jungs mit Puppen spielen. Davon, ob wir unsere Kinder besser mit Pekip-Kursen, Klavierstunden oder freiem Spielen fördern sollten. Davon, wie wir leben sollten.

Was davon willst du? Was sind Fremdanteile (z. B. Vorstellungen deiner Mama)? Was sind eigene Wünsche? Fest steht: Du wirst nur Projekte durchziehen, die du aus wirklich eigenem Antrieb startest.

Du möchtest deine Elternzeit dokumentieren?

Von dem überwältigenden Gefühl erzählen, als du das erste Mal mit deinem Baby gekuschelt hast?

Den Lachanfall festhalten, als ihr es nach der ausgelaufenen Windel nicht geschafft habt, den Wickelbody im Dunkeln richtig anzuziehen?

Lustige Kindersprüche aufschreiben, die dich immer wieder zum Lachen bringen?

Fotos und Videos von deinen Alltagsaugenblicken für dein Kind aufheben?

Dich immer wieder an diesen Erinnerungen erfreuen?

Okay! Dann geht’s los :-)

jukan tateisi toddler looks stairs unsplash
1000 Treppen? 1000 leere Seiten im Babytagebuch? Wenn du es willst, schaffst du es!!!

Wie du mit deinem Wunsch-Vorhaben tatsächlich beginnst

Der Trick ist also, aus etwas Neuem mit möglichst vielen Wiederholungen eine Routine zu machen, bis diese auf Autopilot läuft. Dann kann sie Spaß machen! So gehst du vor:

1. Fang realistisch an

Es wäre cool, von jedem Jahr deines Kindes ein Fotoalbum zu haben. Jede Woche dein Kind zu filmen, wie der Papa von Lotte es immer noch macht (s. gleich bei „3.Es muss nicht gleich für immer sein!).

Aber fang erstmal an, jeden Tag eine kleine Erinnerung zu dokumentieren. Damit kommst du viel weiter, als wenn du dir die große Vision vor Augen hältst. Fotos mit der Spiegelreflex werden meistens schöner. Aber wenn du dir immer „Wenn ... Danns“ vornimmst, kommt der Prozess nicht ins Rollen.

Mache erstmal einen Handy-Schnappschuss, schreib etwas dazu auf und verwahre ihn mit der Foto-Text-App, die dir Spaß macht. Am nächsten Tag wieder, und so weiter. Die Spiegelreflex wirst du dann wie von allein wieder zur Hand nehmen.

Wenn du die „Angst vorm weißen Blatt“ spürst, ideenlos bist, empfiehlt Schreibcoach Dr. Birgit Schreiber 8 Minuten lang irgendwas zu schreiben, bis die Ideen wieder einsetzen. (Alternativ kannst du den Babyblog-Newsletter abonnieren).

dsc05656 mit typo
Ohne den ersten Schritt wäre es so leicht anzufangen ... :D

2. Finde deinen Style

Keine Bastelschnecke?

Andere kleben echte Fotoabzüge in ein Scrapbook, das sie verzieren und illustrieren. Das sieht ganz toll aus, aber du fühlst dich weder kreativ begabt genug noch findest du dafür die Zeit in eurem Alltag zu dritt, zu viert oder zu fünft?

Das Medium des 21. Jahrhunderts ist das Smartphone. Damit erledigen wir vieles so selbstverständlich und gerne, das wir auch eine Möglichkeit brauchen, unsere Erinnerungen auf diese Weise einzufangen.

Viel-Schreiberling?

Schreibe deine Gedanken auf, lustige Kindersprüche, beschreibe eure Alltagssituationen und was dein Kind spielt. Wenn du zu denen zählst, die sich beim Schreiben nie kurzfassen können (wie meine Frau), wird es dir an Inspiration für deine Tagebucheinträge sowieso nicht mangeln. Ab und an schiebst du ein Foto ein oder fotografierst eben nur im Urlaub.

Nur-Fotos-Macherlein??

Mein Ding ist Schreiben nicht. Angeblich schreiben Männer gerne, wenn es zielgerichtet ist. Im Interview mit dem Hamburger Online-Magazin ze:tt sagt Schreibcoach Dr. Birgit Schreiber:

Für Männer sind die emotionalen Aspekte des Schreibens weniger relevant. Sie möchten das Schreiben als praktisches Element in ihren Alltag einbauen, es muss Sinn machen und führt auch oft auf ein Ziel hin.

Mein Weg zu einem schönen Blogpost sind Fotoeinträge, das heißt Einträge mit ganz vielen Fotos, am liebsten mit Fotoreihen, und dafür nur einer Überschrift oder 2-3 Notizen (Der Text kommt dann von meiner Frau ;)). Oder ich diktiere mir etwas ins Handy und kopiere es danach in unseren Babyblog.

3. Es muss nicht gleich für immer sein!

Wie eben erwähnt: Nimm dir nicht vor, dass du alles, was du beginnst, für immer beibehalten musst (ab jetzt jeden Tag Sport! Nie wieder Schokolade! Jeden Tag Erinnerungen festhalten, bis mein Kind 18 ist!) Solche unrealistischen Vorstellungen plätten jede Vorfreude auf neue Ziele.

Sieh’s mal so: Selbst wenn du Erinnerungen speichern nur 3 Monate durchhältst, hast du 1 Fotobuch - besser als nichts, oder? Und nach dem 1. ist das 2. viel einfacher, versprochen!!

A propos für immer: Hier das über 20 Jahre „dauernde“ Video von Lotte. Vielleicht willst du danach ja doch gleich ganz groß durchstarten :-)

portrait lotte 0 20 years
Lotte 0 bis 20 Jahre - das ist eine von vielen Arten, Erinnerungen festzuhalten. Finde mit den oben genannten Tipps deinen Style!

Dieser Artikel wartet auf dich:

Dein Babytagebuch für ganz viel Hygge

Sei die Mama, die Weihnachten ein ausgefülltes Album hat!

hygge mit der familie geniessen

Die meisten Schwangerschafts- und Babytagebücher bleiben traurigerweise leer. Hier erfährst du, wie du es schaffst, dein Tagebuch auszufüllen und deinem Kind zu zeigen, welches Glück du mit ihm erlebt hast! (und was das Ganze mit Hygge zu tun hat!)
Lesen