Eine Idee, die dein Babyalbum noch persönlicher macht

Erzähle deinem Kind von dir! Mit diesen vier Fragen und drei Fototipps.

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Eine Idee, die dein Babyalbum noch persönlicher macht

Erzähle deinem Kind von dir! Mit diesen vier Fragen und drei Fototipps.

In dem Babyalbum, dass du für dein Kind gestaltest, hältst du wahrscheinlich jede Menge Meilensteine und Erlebnisse fest. Du schreibst über das Hier und Jetzt. Über deinen Alltag mit Baby, über Sorgen und Glück.

Aber hast du darüber hinaus schon einmal daran gedacht, deinem Kind etwas von deiner eigenen Kindheit zu erzählen?

Viele Vorschläge für dein Babyalbum habe ich bereits in meinem Blogpost „Was kommt ins Babytagebuch?“ genannt. Vielen von euch hat die dort erwähnte Idee gefallen, nicht nur das heutige Familienleben zu dokumentieren, sondern einen Bogen zur eigenen Kindheit zu schlagen.

Für diesen Artikel habe ich mir daher drei Anregungen und drei Fototipps überlegt, mit denen du deinem kleinen Schatz auf kreative Weise von früher erzählen kannst.

Übersicht

Warum du deinem Kind von dir erzählen solltest

In dem Erinnerungsbuch, das wir für unser Kind gestalten, halten wir klassischerweise Meilensteine fest, dokumentieren Erlebnisse und Gefühle. Wir schreiben über das Hier und Jetzt. Über den Alltag, über unsere Sorgen und unser Glück. Auf diese Weise dokumentieren wir für unser Kind ein Stückchen seiner Kindheit, die wir im Hier und Jetzt mit ihm erleben. Das ist fantastisch!

Aber hast du darüber hinaus schon einmal daran gedacht, deinem Kind etwas von deiner eigenen Kindheit zu erzählen? Ich finde das sehr spannend, da die Umstände, in denen wir aufgewachsen sind, unseren Kindern eine für sie unbekannte Welt zeigen. Die Welt, die uns geformt hat. Unsere Kinder sehen durch unsere Geschichten, wie wir gespielt haben, welche Möglichkeiten wir hatten und welche politisch-gesellschaftlichen Gegebenheiten unseren Alltag geprägt haben.

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Häkel-Mützchen und Schwarz-weiß-Fotografie: Vieles von früher ist für Kinder heute lebensfremd.

Wir nehmen Vieles als selbstverständlich hin, was nur dreißig Jahre zuvor völlig anders war. Viele Kinder gehen heute mit einem Jahr in die Kita, während es in unserer Elterngeneration höchstens Kinderfrauen für die Tagesbetreuung gab. Es gab Mädchen- und Jungenschulen, während heute über Gesamtschulen und die Privatisierung von Bildungsgut diskutiert wird.

Andere Entwicklungen wie die Digitalisierung erscheinen uns immer noch als unbegreiflich, während unsere Kinder nie eine andere Welt kennenlernen werden. Wer ebenfalls mit Schwarz-weiß Fernsehen und dem Sandmännchen im Dritten aufgewachsen ist, weiß, wovon ich spreche.**

Diese Veränderungen sind es, die es so spannend machen, unseren Kindern ein Stückchen von unserem Kinder-Ich zu erzählen, sei es in Textform oder in Bildern.

Indem wir unsere Vergangenheit reflektieren machen wir uns bewusst, wie anders die Lebensumstände unserer Kinder heute sind.

So offensichtlich es scheinen mag, dass Zeiten sich ändern, so kann diese bewusste Reflektion hilfreich sein, um das Denken und die Wünsche unserer Kinder zu verstehen. Es kann uns vor Augen führen, mit welchen Werten wir aufgewachsen sind und welche wir an unsere Kinder weitergeben wollen. Den Wert eines vertrauensvollen Miteinanders, in dem Platz für Sorgen, Träume und Alltägliches ist, den Wert von Familienzeit, Musik oder Natur.

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Was man vor 30 Jahren darüber gedacht, wie Kinder am besten schlafen, mag sich verändert haben. Die Liebe zu Kuscheltieren bestimmt nicht :)

Gedankenanregungen

  1. Was lernt dein kleiner Schatz jetzt schon ganz anders als du, weil er in einer anderen Zeit aufwächst?

Bastel-Tutorials auf YouTube, interaktives Lernen, das beide Gehirnhälften miteinander vernetzt, programmieren für Kinder, ein Laufrad für Zweijährige … Es gibt viele Bereiche, in denen Kinder heute anders lernen. Anderes, wie Instrumente lernen, mit Puppen oder Autos spielen hat sich relativ wenig verändret. Was lernt dein Kind heute anders und was ziemlich gleich wie du damals?

  1. Wer war der Held deiner Kindheit und wer ist es für dein Kind?

Habt ihr mit Pippi Langstrumpf dieselbe Heldin als Vorbild und haben Anna & Elsa aus Walt Disneys „Eiskönigin“ Lasse, Bosse und Ole ersetzt? Schreibe deinem Kind, was dir die Helden deiner Kindheit bedeutet haben und warum sie womöglich sogar noch heute deine Vorbilder sind. (Von Pippi Langstrumpfs Mut, ihr eigenes Leben zu gestalten, kann man sich auch heute noch jede Menge abgucken ;))

  1. Haben deine Eltern Spielzeug von dir aufgehoben, mit dem heute dein Kind spielt?

Ein Kuscheltier, die Briobahn oder die kleinen Siko-Autos? Erzähl deinem Kind davon, was dein Lieblings-Spielzeug oder Schmusetier war und wo du es schon überall mit hingenommen hast

  1. Wie ist die Eltern-Kind-Zeit aufgeteilt?
    Haben wir viel mit unseren Eltern gespielt? Hatten diese weniger Zeit als wir für unsere Kinder heute oder sogar mehr, weil Arbeit und Karriere nicht gleichzeitig unter einen Hut gebracht werden mussten? Welche Art von Urlaub haben wir damals gemacht und was bedeutet uns diese Familienzeit rückblickend?
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Gitarre lernen und Rockstars anhimmeln. Manches ändert sich nicht wirklich :)

Das Babytagebuch ist aus meiner Sicht nicht unbedingt der Ort für kritische Reflexionen, aber unseren Kindern einen kleinen Einblick in die Zeit zu geben, in der wir so alt waren wie sie heute, ist für mich eine wertvolle Ergänzung im Babyalbum für meine Kinder.

Fotoideen

Klebe Vergleichsfotos in dein Babyalbum, die deine Kindheit der deines Kindes gegenüberstellen.

  1. Wenn du ein Foto von dir mit einem alten Spielzeug hast, kannst du eines von deinem Kind daneben kleben, auf dem es dasselbe Spielzeug in der Hand hält. Wenn du ein solches Spielzeug nicht hast, ist auch die neue Version davon witzig im Vergleich zu sehen (Der schöne Holzlaster wird wahrscheinlich nun aus Plastik sein ;)).

  2. Lege Fotos von deinem Kind und dir nebeneinander, die die zeitlichen Umstände verdeutlichen. Ein Foto im Wald ist zeitlos, aber Fahrräder, Kinderzimmer und Kleidungsstücke verändern sich über die Jahrzehnte. Vielleicht gibt es sogar eine Schwarzweiß-Aufnahme der Großeltern, die du zusätzlich daneben kleben kannst, um die Zeitsprünge noch stäker zu verdeutlichen.

  3. Mache Fotos, die dein Kind in ähnlichen Situationen zeigen wie dich einst, zum Beispiel wie du in der Trage schläfst, im Bollerwagen sitzt oder im Garten spielst.

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Fotos von damals und heute zaubern schöne Vergleiche fürs Babyalbum.