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Wow, war das schön damals!

Hunderte bewegender Momente sind auf deinem Smartphone gespeichert. Erfreue dich wieder daran!

Zeit für einen kurzen Selbsttest: Öffne die Galerie deines Smartphones und scrolle soweit durch deine digitale Bilderwelt zurück, wie du kannst.

Schau dir an, was du alles erlebst hast. Entdecke die Eisschollenlandschaft bei deinem Anflug auf Island wieder. Die ersten Stunden mit deinem Baby, das seine Augen noch nicht geöffnet hat. Den Urlaub in Dänemark, als du vor 12 Jahren bei 17 Grad in die Nordeseegischt gesprungen bist. Spürst du den Schauer über deinen Rücken laufen? Fühlst du, wie dich die großartigen Momente von damals dich heute noch bewegen?

Mit den Archiven auf deiner Festplatte kannst du noch viel weiter in die Vergangenheit reisen. Immer wieder wirst du dabei von unterschiedlichen Gefühlen gepackt werden. Von Trauer, Glück und Nostalgie.

handygallery screenshot best memories
Unzählige Erinnerungen sammeln sich auf unseren Smartphones, ohne je in Wert gesetzt zu werden.

Warum Erinnerungen so wertvoll sind

Aus Sicht der Hirnforschung wird das Abrufen von Erinnerungen durch die Verknüpfungen von Nervensträngen möglich, die beim Erleben einer Situation entstehen und einen neuronalen Abdruck im Gedächtnis hinterlassen. Je mehr Sinne gleichzeitig am Erleben beteiligt sind, desto höher ist die Chance, dass eine Erinnerung noch lange abgerufen werden kann. Auch das Ausschütten von Glückshormonen spielt für die Intensität und Dauer des erinnerten Moments eine Rolle. 

Ebenso wie aufgehobene Andenken, alte SMS und archivierte Chatnachrichten fungieren Fotos als Auslöser, die deine Erinnerungen aus den Tiefen des Unterbewusstseins hervorholen. Sie rufen das Wunderbare, Fremde und Unglaubliche wach, das du einst festgehalten hast, weil es dir bedeutsam schien. Sie setzten dich mit Menschen, Orten oder Lebensumständen in Verbindung, die einst eine Rolle in deinem Leben spielten und dies womöglich heute noch tun.

Deine Erinnerungen bilden daher einen wesentlichen Teil deiner Identität. Sie beeinflussen deine Gegenwart, indem sie dir Bilder vors innere Auge streamen, die von Gefühlen, Gerüchen und anderen Sinneswahrnehmungen begleitet werden. Sie können dich inspirieren, indem sie dir aufzeigen, wer du einmal warst und wer du heute sein willst. Sie können ein Geschenk für deine Kinder sein, denen du von deinem heutigen Glück mit ihnen erzählst. 

Der Duden definiert:

Erinnerungen sind der Besitz aller bisher aufgenommenen Eindrücke.

Dieser Besitz ist deine persönliche Schatzkiste, die du für dich behalten oder teilen kannst. Mithilfe deiner persönlichen Erinnerungstrigger öffnest du sie, manchmal bewusst, manchmal unbewusst.

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Warum wir dennoch für den Augenblick fotografieren

Erinnerungen zu dokumentieren war nie so leicht wie heute. Nie hatten so viele Menschen Zugang zur Fotografie. Das Iphone hat die Fotografie 2007 massentauglich gemacht. 1,2 Billionen Bilder wurden weltweit 2017 gemacht - Quelle: Mylio. Über 100 Mio. Fotos und Videos werden - Quelle: 99firms täglich auf Instagram veröffentlicht.

Für den Autor des Artikels „Klick“ in der Süddeutschen Zeitung ein riesiger Berg an „Datenmüll“ (SZ-Ausgabe Nr. 4 2018), denn die Fülle an digital erzeugten Bildern steht bei Weitem nicht im selben Verhältnis dazu, wie sie früher in Wert gesetzt wurden, als man vor dem Abdrücken genau überlegte, ob der zehnte Sonnenuntergang über dem Atlantik es auch noch wert sei, in der Dunkelkammer entwickelt zu werden.

Während viele Eltern in analogen Tagen noch Fotoalben beklebt und beschriftet haben, verschwinden die digitalen Bilder auf Festplatten, in der Cloud und aus dem Gedächtnis. Der Instagram-Feed, einst Ingebriff für die Schnelllebigkeit der digitalen Fotoära, wird inzwischen durch etwas noch Kurzlebigeres abgelöst: Die Instagram Stories, die ähnlich wie bei Snapshot nur für 24 Stunden verfügbar sind.

Heute ist es so einfach, Bilder auf die verschiedenen Plattformen hochzuladen, dass die Hemmschwelle dafür gegen Null tendiert. Das führt dazu, dass wir mehr für das nächste Herzchen oder „Gefällt mir“ leben, als dass wir etwas Bleibendes schaffen wollen. Das, was gerade ist, ist morgen schon überholt. Dementsprechend schlecht ist die Qualität vieler (Instagram Story-)Videoproduktionen. 

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Gegenläufe Trends

Doch inzwischen entstehen gegenläufige Entwicklungen. Immer mehr Menschen wünschen sich, aus ihren persönlichen Erlebnissen wieder etwas Bleibend(er)es zu schaffen, statt sie auf dem digitalen Vergessen zu überlassen - oder dem nächsten Festplattencrash. So ist es nicht verwunderlich, dass ein Trend dahin geht, Bilder wieder auszudrucken:

Trend 1: Bilder gedruckt wirken lassen

Der kanadische Fotograf und YouTube Award-Gewinner Peter McKinnon ruft seine Fans auf „You need to be printing your photos“. Erst die Abzüge setzen das Handwerk des Fotografen in Wert setzen und sind daher für McKinnon „the second half of photography“, der zweite Teil eines Shootings. Die Abzüge sind die Belohnung für die stundenlange Suche nach dem besten Motiv und dem perfekten Licht. Sie sind das Überraschungsei, dass wir nach ein paar Tagen des Wartens gespannt auspacken dürfen. Denn im Ausdruck sieht kein Foto aus wie auf dem Kameradisplay oder auf dem Bildschirm. Wir betrachten Abzüge anders. Genauer. Entdecken Details. Erfreuen uns an der Haptik eines hochwertigen Papiers, das durch unsere Finger gleitet.

Wir sollten uns trauen, die eigenen Bilder zuhause aufzuhängen oder zu verschenken, so McKinnon im genannten Video. Warum sich anonyme IKEA-Bilder aufhängen, wenn wir eine Festplatte voller Erinnerungen haben? Sollte unser Wohnzimmer nicht so individuell sein wie unsere Persönlichkeit? 

CEWE-Vorstand Christian Friege stellt im Interview mit welt.de fest, dass seine Kunden/Kundinnen vermehrt Handyfotos ausdrucken und dabei nach immer neuen Formaten suchen. Auch Fotobücher werden laut Statista in Deutschland weiterhin jährlich in Millionenmengen gedruckt, wenn der Anstieg auch nicht mehr so gigantisch ist wie noch vor zwölf Jahren, als digitale Fotobücher neu auf den Markt kamen. Fotografen wie Marc Fippel stellen ihr Angebot inzwischen um: In den letzten Jahren wollten die Kunden nur noch digitale Abzüge kaufen, um selbst Fotobücher und Abzüge zu drucken. Heutzutage gibt es doch so viele Anbieter, das man das selbst machen kann, vielleicht sogar günstiger! Kann man. Passiert aber nie. Deswegen sind in allen seinen Fotoshootings-Paketen Abzüge dabei. Vielleicht muss man die Menschen zu ihrem Glück zwingen. Aber die Trends gehen über die Rückbesinnung auf Ausdrucke zum Anschauen hinaus.

Auch digital können Fotos inzwischen ihren Platz im Wohnzimmer finden, wie Trend Nr. 2 zeigt.

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Druckt eure Werke groß aus! - Peter McKinnon

Trend 2: Digitale Fotodarstellung revolutionieren

Kennst du noch die kleinformatigen digitalen Rahmen mit sekündlich durchlaufenden Fotos? Die brachten keine wirkliche Freude in die vier Wände: Man guckt ständig hin, obwohl man die Bilderreihenfolge auswendig kennt und irgendwie wirkten die ursprünglichen Digitalrahmen mehr wie Werbung als wie eine Präsentation großartiger Erinnerungen. 

Das Frankfurter Start-up FRAMEN denkt digitale Bilderrahmen neu. Ihre Geräte kommen in einem schwarzen oder weißen Rahmen daher (bald auch in Holzoptik!). Per App streamt der Nutzer seine Fotos aufs Gerät und bestimmt die Anzeigedauer selbst. Ein Bewegungssensor sorgt dafür, dass nicht mehr Strom verbraucht wird als nötig. Welchen Unterschied gibt es zu herkömmlichen Rahmen? Klar, das Gerätekabel und ein gewisser Abstand des Rahmens von der Wand.

Ein wenig gewöhnungsbedürftig mag für den einen oder anderen sein, dass sich das Gerät noch nicht von selbst der Helligkeit im Raum anpasst, so dass es sich am Abend von selbst dimmt. Aber sonst ist der einzige „Nachteil, dass ein FRAMEN die Bilder so fantastisch in Wert setzt, dass die anderen Bilder im Raum dagegen verblassen … 

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Ich will ein Pony-Gründerin Imme vor ihrem eigenen FRAMEN

Trend 3: Analog mit digital verbinden für alle, die beides wollen

Eltern zählen laut Süddeutscher Zeitung (SZ-Ausgabe Nr. 4 2018) zu den eifrigsten Fotografen, doch sind die Kleinen erstmal auf der Welt, ist Zeit plötzlich ein rares Gut. Auch Bloggerin Katja macht immer neue Fotos, während sie nicht dazu kommt, die vorhandenen zu sortieren. Dabei plagt sie das schlechte Gewissen, denn sie möchte für ihre Kinder Fotoalben von den magischen ersten Jahren gestalten, an die diese sich später nicht mehr erinnern können werden.

Keine Zeit für Erinnerungen, das kommt dir bekannt vor? Zurück zum Anfang: Du hast jetzt einmal in vielen Jahren in deiner Galerie bis zum Ende gescrollt und die Ordner auf deiner Festplatte durchgeklickt. So viele großartige Momente!

Aber war’s das jetzt? 

Wie wäre es, wenn du deine Bilder stattdessen digital so in Wert setzen würdest, das du sie gerne nachschlägst - heute, an Weihnachten mit Oma und Opa und in fünfzehn Jahren mit deinen Kindern? Wenn deine besten Freunde an den Abenteuern deines Nachwuchses teilhaben könnten, ohne dass du jedem aus dem Freundeskreis ständig einzeln Bilder mailen oder per Chat-Service senden müsstest? Wenn du deine Bildstrecken mit Erinnerungstexten versehen könntest, damit du auch in zehn Jahren noch weißt, worüber ihr damals gelacht habt? Und wenn dann noch ein Andenkenbuch aus all deinen gespeicherten Erinnerungen entstehen würde, das du nicht stundenlang gestalten musst, weil es deine Fotos und Texte automatisiert setzt? Wäre das nicht phänomenal?

Wäre es! Ist es! Haben auch wir uns als Gründerteam von Ich will ein Pony gedacht und mit unserem Fototagebuch zum Online schreiben und Ausdrucken einen liebevollen Ort für alle deine Erinnerungen geschaffen - digital und analog in einem. 

mockup fotobuch und geraete pia vs2 cropped
Mit der App von Ich will ein Pony verwahrst du deine Erinnerungen online UND analog

Welcher Erinnerungstyp bist du?

Die einen erfreuen sich daran, ihre Bilder digital in Wert zu setzen, für die anderen ist alles Digitale Schall und Rauch und nur etwas zum Anfassen etwas Echtes. 

Was unsere Kinder eines Tages als Medium nutzen werden, wissen wir angesichts der atemberaubend schnell verlaufenden digitalen Entwicklung nicht. Fest steht: Es gibt von klassisch bis innovativ heute wunderbare Möglichkeiten, die eigenen Erinnerungen einfach und hochwertig zugleich in Wert zu setzen. 

Nutze sie und erfreue dich daran!


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